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5Minds-Lockdown als Chance - Tag 8: Aus Lockdown wird Open-up

Und plötzlich geht es - eine hisorische Woche.

Damals - vor Corona

Wie war das noch, damals, als wir uns noch einfach so treffen konnten? Damals - vor Corona. Als wir nebeneinander wohnten, uns zufällig auf der Straße trafen und sagten: „Mensch, wir müssen uns unbedingt mal wieder treffen!“ Und uns wunderten, wie viel Zeit schon wieder vergangen war, als wir uns wieder zufällig trafen und feststellten, dass wir uns unbedingt mal wieder treffen wollten…

Hatten wir damals tatsächlich so wenig Zeit? Oder haben wir einfach anders priorisiert? Vielleicht hatten wir schon immer gleich viel Zeit und es fehlte uns nur an Bewusstsein für den Wert unserer sozialen Kontakte…

Spannende Erkenntnis

Die erste Woche in solidarischer Isolation bringt eine spannende Erkenntnis mit sich. Alle unsere Mitarbeiter sind sich einig: unsere Herausforderung ist gar nicht die Technik. Sondern die fehlenden sozialen Kontakte. Alles andere kriegen wir irgendwie hin. Und nicht nur irgendwie, sondern tatsächlich echt gut.

Aber der Kontakt zu den Menschen - egal, ob Arbeitskollegen, Freunden oder Familie - der geht uns wirklich ab. Warum ist das so? Weil die Isolation uns eine unserer Grundängste ganz deutlich vor Augen führt: das Alleinsein. Es ist also eigentlich das natürlichste der Welt, dass wird uns damit unwohl fühlen. Und niemand mag freiwillig in einem Zustand verharren, in dem er sich nicht gut fühlt.

In verbundener Isolation

Also werden wir kreativ. Wir fangen an, uns aus unserer Komfortzone zu bewegen. Plötzlich ist es gar nicht mehr abwegig, uns in Videokonferenzen zusammenzuschließen. Plötzlich fühlt es sich viel wertvoller an, gemeinsam an etwas zu arbeiten. Und die Technik, die uns dabei hilft, uns zu verbinden, ist plötzlich gern gesehener Gast.

„Wow!“, hab ich am Freitag gedacht. Unser ganzes Team ist so engagiert und wächst über sich hinaus, um gemeinsam alle Herausforderungen zu stemmen, die die neue Situation mit sich bringt. Niemand jammert darüber, dass irgendetwas zu kompliziert ist. Online-Weekly mit über 60 Personen in einem Hangout. Werte-Bewusstsein fängt an, sich zu verschieben. Wow.

5Minds-Team-Weekly 20.03.2020

Unglaublicher Zusammenhalt

Es ist etwas passiert letzte Woche. Etwas Großartiges. Dasselbe Phänomen, das ich bei uns im Kleinen bei 5Minds beobachtet habe, ist in ganz Deutschland aufgetreten. Zeitgleich.

Über 42.000 Menschen haben sich an letztes Wochenende im Hackathon der Bundesregierung #WirVsVirus bereiterklärt, kollektiv nach Lösungen zur Verbesserung der Coronasituation zu suchen. Spontan organisiert - in weniger als einer Woche. Darunter sogar eine Delegation von 5Minds.

#WirVsVirus-Delegation-5Minds

Natürlich gab es Probleme mit Technik und Organisation. Auf die verrückte Idee, über 42.000 Menschen in einem Slack-Channel zu versammeln, war bisher noch keiner gekommen. Aber darum ging es nicht. Es ging um neue Lösungen. Und um ein Signal. Diese Euphorie und Kraft des kollektiven Zusammenhalts haben mich tief beeindruckt. Und das wiegt viel mehr, als die Tatsache, dass wir damit wahrscheinlich im Guinnessbuch der Rekorde landen werden. Witzig - das hatte überhaupt niemand damit bezweckt...

Aus der Not mach Bewusstsein

Gestern Abend hatte ich eine Verabredung zu einem Glas Wein. Online. Per Video-Konferenz. Irgendwie cool - geht! Ist fast so gut, wie damals - vor Corona. Nur, dass man zwei Flaschen Wein braucht, um einmal anzustoßen. Dafür halten sie aber auch doppelt so lange. 😉 Und ich glaube, das ist erst der Anfang. Der Anfang einer neuen Zeit. Einer guten Zeit, die von Bewusstsein geprägt sein wird. Und die möglicherweise viel näher dran ist, als wir dachten. Damals - vor Corona.

Die nächsten Wochen werden uns zeigen, dass viel mehr geht, als wir dachten. Die Krise lässt uns viele Hürden hinterfragen und vielleicht sogar überwinden. Sie zwingt uns, freier zu denken. Oder: lehrt uns, freier zu denken. Lösungen zu finden. Gemeinsam. Und das macht mir Mut. Danke an alle, die die vergangene Woche zu dem gemacht haben, was ist nun ist. Ein historischer Moment.